Ökologischer Ausbau Sandrach-Handzell

Auftraggeber: Markt Pöttmes

Baukosten: ca. 100.000 EUR

Fläche: Planungsgebiet ca. 33.000 m²

Ausbaulänge: ca. 610 m

Leistungsphasen: 1 - 9

Bauzeit: 09/2018 - 06/2019

Beteiligte Behörden: -WWA Donauwörth
-LRA Aichach-Friedberg Abteilung Wasserrecht
-LRA Aichach-Friedberg Abteilung Boden- und Abfallrecht
-LRA Aichach-Friedberg Untere Naturschutzbehörde

Planungsschwerpunkte: -Wiederherstellung der ökologischen Durchgängigkeit durch Ertüchtigung des Umlaufgrabens
-Umgehung der bestehenden Abstürze
-Verlängerung des Gewässerlaufes durch Anregung der natürlichen Mäandrierung
-Anregung der Eigendynamik, Förderung der Strömungsvielfalt, Breitenvarianz und Sohlsubstratvielfalt
-Schaffung von Gewässerrandstreifen

Der Gewässerentwicklungsplan des Marktes Pöttmes aus dem Jahr 2003 bildet die Grundlage der Planung.
Als Ziel ist die Wiederherstellung der ökologischen Durchgängigkeit der Sandrach im Bereich der Obermühle formuliert. Diese war aufgrund einer ca. 5 m hohen, steilen Sohlrampe aus Stein nicht gegeben. Des Weiteren wies die Sandrach in diesem Bereich einen überwiegend gestreckten Verlauf mit geringer Breiten-, Tiefen- und Strömungsvarianz auf.

Der Hauptlauf der Sandrach wird nun über einen neu angelegten mäandrierenden offenen Überlauf in den aufgeweiteten Umlaufgraben geleitet. Um das Gefälle der Gewässersohle in diesem Bereich abzufangen, wurden mehrere Steinblockschwellen eingebaut. Diese können zusätzlich als Sitzmöglichkeiten und Überquerungshilfen genutzt werden.

Durch die unterschiedlich breiten Böschungsabflachungen am Umlaufgraben sowie dem Einbau von Störelementen aus Totholz wird die natürliche Mäandrierung des Gewässers angeregt. Über einen weiteren neu angelegten Überlauf wird das Gewässer in das alte Bett hinter der Obermühle zurückgeführt. Insgesamt verlängert sich der Gewässerlauf im betrachteten Abschnitt durch die Maßnahmen um ca. 170 m.

Der ehemalige Graben sowie der Durchlass hinter der Mühle bleiben erhalten und dienen im Hochwasserfall als Ausweichgerinne. Zurückhaltende Neupflanzungen ergänzen die wertvollen Bestandsgehölze.

Zusätzlich wurden abschnittsweise Röhrichtwalzen entlang der Ufer eingebaut und die Böschungen mit einer kräuterreichen und standortgerechten Saatgutmischung begrünt.

Die Wiesenfläche zwischen dem alten Graben sowie dem neuen Gewässerverlauf steht dem Markt Pöttmes als Fläche für das Ökokonto zur Verfügung. Die Zufahrt der Fläche ist über zwei flache Furten aus Schroppen und Steinblöcken möglich.

In Zusammenarbeit mit den ansässigen Fischern zogen bereits kurz nach dem Anstich des neuen Gerinnes Fische und Bachmuscheln in das Gewässerbett ein und konnten das nun durchgängige Gewässer ohne Hindernisse nutzen.

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